Nico Grund unser Stoneman

Ein einzigartiges MTB-Erlebnis, so beginnt der Text auf der Webseite des stoneman-miriquidi und das glauben wir sehr gerne, wenn man der Erzählung unseres frisch gebackenden Stoneman zu hört. Zwei Länder, neun Gipfel, 4.400 Höhenmeter warten drauf bezwingt zu werden: 162 km pure MTB-Emotion entlang der kulturellen geschichtlichen und geologischen Highligts des Erzgebirges.

Mit dem "Stoneman Miriquidi" bringt Roland Stauder den erfolgreichen Trail nun nach Deutschland - ins Erzgebirge. Auf dem 162 Kilometer langen Rundweg von und nach Oberwiesenthal gilt es, neun der höchsten Gipfel des sächsisch-böhmischen Erzgebirges zu erklimmen, davon drei auf tschechischer Seite. Das macht insgesamt circa. 4.400 Höhenmeter, die es zu überwinden gibt.

Von dem Abenteuer "Stoneman Gold" haben Nico und sein Freund Sören einen Tourenbericht verfasst, den wir euch nicht vorenthalten möchten. Wir sind stolz auf unseren Stoneman - bravo Nico.



"Stoneman Gold – unser kleines Abenteuer"

An einem Morgen im August starten wir unsere Tour um 5.50 Uhr am Pöhlberg, dem Hausberg von Annaberg-Buchholz, unserer Heimatstadt.
Bei bedecktem Himmel, aber mit Aussicht auf einen wechselhaften Tag, starten wir in Richtung unseres ersten Zieles, dem Scheibenberg.

Da die Sonne auf diesem Stück aufgeht und auch immer mal zwischen den Wolken hindurch zwinkert, lassen wir den Scheibenberg mit unserer ersten Lochstelle nahezu mühelos hinter uns.
Kurz mit der ersten Banane gestärkt, geht’s in die Abfahrt Richtung Unterbecken-Pumpspeicher Markersbach.
Nach sehr steilem Beginn, einer relativ angenehmen Straßenpassage, einem gut ausgebautem Waldweg erreichen wir den 2. „Berg“, der aber hier nicht mit einem „Stempel“ bedacht wird, und so auch nicht mit gezählt wird.
Unsere Karte hat also noch immer 1 Loch.

Hier rollen wir kurz auf dem Kamm entlang, um in einer recht flotten Abfahrt übers Ephraimhaus nach Pöhla zu gelangen. Die Strecke führt nun weiter nach Rittersgrün, wonach über Halbmeile (an der Grenze zu Tschechien) der Rabenberg auf uns wartet.

Mit einem ersten Trail (für uns „Hardtailer“ ungewohnt, aber sehr gut zu fahren), erreichen wir die Nummer 2 an diesem Tag, der Rabenberg mit dem Sportcenter ist erreicht! Nach 3 weiteren Trails Bergab erreichen wir Erlabrunn, wonach es wieder hinauf zum Auersberg geht. Vorbei an den Riesenberger Häusern folgt ein längerer Anstieg, der uns das erste Mal die 1000er Marke knacken lässt. Auf 1019m ü.N.N. dürfen wir das 3. Mal „knipsen“. Den schönen Blick kurz genossen, führt uns der Weg wieder hinunter, über den kleinen Kranichsee bis nach Johanngeorgenstadt, wo wir das erste mal die Grenze passieren und mit einem Regenguss und eisigem Wind empfangen werden. Das macht uns die Entscheidung sehr leicht, hier unsere erste Stärkung einzunehmen. Leider wollte uns der Regen auch auf dem nächsten Teilstück, der Auffahrt zum Plattenberg (Blatenský vrch), nur eine kurze Verschnaufpause gönnen. Mit erreichen der 4. „Knipsstelle“ setzte ein weiteres Gewitter ein. Da unser nächstes Ziel, der Plessberg (Plešivec) aber nur ca. 10 km weg war, entschlossen wir uns doch gleich weiter zu fahren.

Nun begann es zu schütten wie aus Eimern, was dazu führte, dass die Sicht gleich Null war, der Wasserstand in den Schuhen die Oberkante erreichte und unsere Regenjäckchen einen wirklichen Härtetest bestehen mussten.

Wie begossene Pudel nehmen wir die neue Skipiste am Plessberg in Angriff, was aufgrund von nun langsam versagender Gangschaltung, tiefem Untergrund und immernoch anhaltendem Regenguss kein Vergnügen war. Den Gipfel und den 5. Stempel erreicht, haben wir uns ein Kaffeegedeck verdient! Es geht weiter, da der Himmel erst einmal wieder gnädig ist, einen Teil einer neuen Skipiste hinunter Richtung Joachimsthal (Jáchymov). Wir denken, die Strecke führt uns auf direktem Wege ins Tal, aber man hat sich vorher dann doch noch einen recht langen, aber gut zu fahrenden Anstieg für uns ausgedacht.

Nachdem wir Joachimsthal mit seinen Kurkliniken passiert haben, steht der „König des Tages auf dem Programm. Das GPS zeigt 600 m. ü. N. N. und der Keilberg (Klínovec) wartet mit 1244 m. Die gilt es über Waldwege, welche durchaus teilweise recht ruppigen Charakter aufweisen, zu bezwingen. Hier zwingt der Rücken einen von uns beiden zur Rast, welche wir zum befüllen unserer Flaschen mit frischen Gebirgswasser nutzen. Nach einer kleinen gefühlten Ewigkeit kommen wir endlich an die Teerstraße, der wir für die letzten Paar Meter zum Gipfel Nummer 6 folgen!

Oben angekommen sehen wir aus dem Tal schon das nächste Unheil in Form eines ordentlichen Regenschauers hinauf ziehen. Unser Thermometer zeigt 8 Grad, die Füße werden langsam zu Eisklumpen und unsere an diesem Augusttag gewählte kurze Radbekleidung tut ihr übriges. Nach kurzer Abfahrt, teils durch Skigebiet erreichen wir Gottesgab (Boží Dar )-höchstgelegene Stadt in Mitteleuropa- passieren die Grenze und fahren zum Fichtelberg. In der Wellenschaukel werden wir durchgerüttelt und erreichen nach der harten Nuss Keilberg, nach relativ kurzem Anstieg den Fichtelberg, der mit 1215m der zweithöchste der Tour ist.

Wir lassen die Blicke kurz in Richtung Norden schweifen, wo wir die Gipfel unserer letzten beiden Ziele schon gut erkennen können. Über die Himmelsleiter geht’s hinab, die Abfahrt ist durch das regnerische Wetter recht anspruchsvoll geworden.

Vorbei am Hotel von Jens Weißflog führt uns der Weg nun Richtung Kretscham-Rothensehma, über flüssig zu fahrende Waldwege in Richtung Talsperre Cranzahl, wonach der Anstieg zum 898m hohen Bärenstein beginnt. Hier wechselt der Belag von Schotter bis Aphalt, welcher dann auch der Belag der eigentlichen Bergauffahrt ist. Diese ist zwar recht kurz, hat es aber wegen ihrer Steigung doch in sich!

Stempeln, ein kräftiger Schluck aus der Flasche, noch ein Riegel und weiter geht’s auf zum letzten Teilstück! Die Bergabfahrt ist die gleiche wie hinauf. Ruckzuck legen wir die Strecke bis Kühberg zurück. Die sehr steile Ortsdurchfahrt ins Tal ist schnell passiert. Im Tal angekommen führt der Weg an einem Wassergraben entlang. Hier wurde gerade Holz geschlagen. Da wir aber den Stoneman-Weg nicht verlassen wollen und der Forst wohl schon Feierabend hat, tragen wir die Bikes über die vielen Kreuz und Quer liegenden Stämme.

Vorbei an der Brettmühle passieren wir den Ort Königswalde, in dem unser finaler Anstieg zum Pöhlberg beginnt. Wir streifen Geyersdorf, die „Pöhlbergsiedlung“ und nähern uns dem letzten Gegner, der alten Bobbahn von Annaberg. Diese erweist sich heute als stärker, da sie Aufgrund des extrem schlammigen Untergrundes leider nicht fahrender Weise bezwungen werden kann.

Die letzten ca. 300 m können wir dann doch fahrend fortsetzen um dann nach gut 11 Stunden Fahrzeit unser Ziel –Stoneman-Gold – freudestrahlend zu erreichen!"

aufi